Mit „Ein Haus voll Glorie schauet“ begann in Schallfeld die Feier zur 300. Kirchenweihe. So lange steht die St.-Ägidius-Kirche bereits in der Mitte des Dorfes und hat Generationen kommen und gehen sehen. Am Tag der Deutschen Einheit feierte die Pfarrgemeinde deshalb mit einem festlichen Pontifikalamt das 300-jährige Jubiläum in einem mit Gläubigen vollen Gotteshaus, das am 22. August 1726 geweiht worden war.
Pfarrgemeindeteam-Vorsitzender Lucas Schmitt konnte zahlreiche Gäste begrüßen. Unter ihnen waren Weihbischof Paul Reder sowie die Konzelebranten Andreas Engert, Josef Kraft, Matthias Konrad, Ninh Duc Nguyen, Stefan Mai, Kai Söder und Jürgen Thaumüller sowie Pfarrvikar Emeka D. Ikejima. Auch die Pastoralreferenten Stefan Tengler und Josef Pohli waren dabei.
In seiner Predigt griff Weihbischof Paul Reder das Thema „Wer baut, der bleibt – ein Kirchenbau für die Zukunft“ auf. Dabei machte er deutlich, dass 300 Jahre Kirchengeschichte weit mehr bedeuten als alte Mauern und Steine. Hinter der Geschichte stehen Menschen, Familien und Generationen, die hier ihren Glauben gelebt und miteinander Gemeinschaft erfahren haben. Früher bot die Kirche unter anderem auch Schutz als Kirchenburg, heute sei sie vor allem ein Ort der Zuversicht, Hoffnung und des Dankes. Auch wer zweifle oder Orientierung suche, sei hier willkommen. Die Kirche sei kein Ort für eine exklusive Gesellschaft, sondern für jeden Menschen offen. Gott habe mit dem Kirchengebäude eine Hausnummer im Dorf, betonte der Weihbischof.
Dass ein 300. Geburtstag ordentlich gefeiert werden muss, ist in Schallfeld selbstverständlich. Lülsfelds Zweite Bürgermeisterin Andrea Reppert überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde und würdigte die Bedeutung der Kirche für den Ort und die gute Zusammenarbeit zwischen der Kirchenverwaltung und der politischen Gemeinde.
Auch Kirchenpfleger Lothar Riedel blickte in seiner Ansprache auf die vergangenen drei Jahrhunderte zurück. St. Ägidius habe die Menschen durch alle Höhen und Tiefen des Lebens begleitet – bei Taufen, Erstkommunionen, Hochzeiten und ebenso beim Abschied von Verstorbenen. Dabei habe sich zwar vieles verändert, die Kirche selbst sei aber bis heute ein Wahrzeichen und geistliches Zentrum des Dorfes geblieben.
Für die festliche musikalische Gestaltung sorgten Florian Schmitt an der Orgel und Lars Frank mit seiner Trompete. Die drei Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine verliehen dem Gottesdienst zusätzlich einen
würdevollen Rahmen. Lucas Schmitt hatte das Jubiläum zusammen mit seinem engagierten Team und mit viel Herzblut lange vorbereitet.
Pfarrerverweser Andreas Engert betonte in seiner Ansprache: „Bei so einem Jubiläum braucht es viele Hände und deshalb gilt mein Dank allen, die geplant, organisiert, aufgebaut, bewirtet, aufgeräumt und einfach mit angepackt haben.“ Zu einem gelungenen Fest gehören aber nicht nur gute Worte, sondern auch etwas Ordentliches auf dem Teller. Von den 170 Tagesgästen nahmen etwa 100 am Mittagessen teil.
Am Nachmittag gestaltete der Frauenchor unter der Leitung von Irene Krätzig eine festliche Andacht. Als Vorbeter wirkte Pfarrvikar Dr. Andy Theuer aus Schweinfurt mit. Danach gab es bei herrlichem Spätsommerwetter einen unterhaltsamen Ausklang bei Kaffee, Torten und Gegrilltem.
Und so konnte die Kirchengemeinde zufrieden auf 300 Jahre St. Ägidius zurückblicken. Wenn es nach den Schallfeldern geht, darf sie ruhig noch viele weitere
erleben.























































































































































































